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06.07.2004 "Budapester Brückenschlag" für Projektmanager aus aller Welt
IPMA-Weltkongreß mit über 600 Teilnehmern / Artikel von Oliver Steeger
„Budapester Brückenschlag“ für Projektmanager aus aller Welt
Mit einem Mammutprogramm von rund 180 Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden startete am 19. Juni der „18. IPMA World Congress on Project Management“ ins Kongresswochenende. Knapp 600 Teilnehmer aus 40 Nationen waren nach Budapest gereist, um Erfahrungsberichte, neue Modelle, Trends und Nachrichten aus dem Projektmanagement zu studieren. Der Höhepunkt: Auf einer Gala verliehen IPMA und GPM den diesjährigen International Project Management Award an ein Team von „T-Systems Spain“ – begleitet von einem Feuerwerk vor der Uferpromenade der Donaustadt. „Cross Cultural Networking“ hatten die ungarischen Gastgeber ihre Veranstaltung überschrieben. Das Motto war nicht nur roter Faden für das Informationsangebot, sondern auch ein treffendes Wort für die Budapester Kongressatmosphäre.
Über Jahrhunderte trennte die Donau Budapest in die Stadtteile Buda auf der Ostufer und ins westliche Pest. Erst der schottische Ingenieur und „Projektleiter“ Adam Clark baute den Ungarn 1849 eine feste Donaubrücke aus Stahl. Die Stadt schmolz zusammen. In der ungarischen Hauptstadt schlug jetzt der IPMA-Weltkongreß eine ähnliche „Brücke“ zwischen Ost und West. Westliche Projektmanager ließen sich von der Euphorie und Aufbruchsstimmung ihrer Kollegen beispielsweise aus der Slowakei, aus Polen, aus Slowenien, Litauen und Ungarn anstecken. Diese präsentierten nicht ohne Stolz ihre ersten Erfahrungen, etwa die mit der PM-Zertifizierung in Lettland, mit der PM-Qualifikation in Slowenien oder mit einem Projekt der Bank of Albania. „In diesen Ländern herrscht eine Aufbruchsstimmung, die ich mir für den Westen manchmal wünsche“, bemerkte ein Kongressteilnehmer. Die Projektmanager aus dem Osten wiederum machten sich mit den Erfahrungen aus dem Westen bekannt, studierten vorgestellte Spitzenprojekte, neue Tools und aktuelle Trends. Ein Geben und Nehmen, ganz im Sinne des Kongress-Mottos „Cross Cultural Networking“.
In diesem Networking der Nationen zeigte die GPM deutlich Flagge. Vier der derzeit sieben GPM-Vorstände sowie zwei Kuratoriumsmitglieder waren nach Budapest gereist und standen dem Publikum am GPM-Stand Rede und Antwort. Immerhin: Mit rund 180 Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden bot das achtzehnte IPMA-Welttreffen ein gewaltiges Programm – gegliedert in die Streams „PM in multikultureller Umgebung“, „Herausforderungen im Projektmanagement“, „PM in der der Europäischen Union“, „Innovationen in Projekten, Programmen und Portfolios“ sowie „Best practices“. Unter dem Strich aber zog sich das interkulturelle Projektmanagement wie ein roter Faden durch das gesamte Informationsangebot; es schien Referenten wie Teilnehmer am meisten zu bewegen. „Ich bin überzeugt, dass beim Projektmanagement die Integration der Kultur vor Ort in die Geschäftsstrategie heute von enormer Bedeutung ist“, gab IPMA-Präsident Miles Shepherd seinen Kollegen mit auf den Weg.
Vor wenigen Jahren noch haben sich nur kleine Arbeitsgruppen mit dem Thema „interkulturelles Projektmanagement“ beschäftigt. Heute scheint es in aller Munde. Das Projektgeschäft ist international. Projektleiter sind gefragt, Mitarbeiter und Spezialisten verschiedener Kulturen und Arbeitsmentalitäten unter einen Hut zu bringen – und nebenbei noch der Eigenheiten des Gastlands, ihrer Kunden und Stakeholder Rechnung zu tragen. Heute sind sich die meisten Fachleute einig, dass darin nicht ein „Hindernis“, sondern eine Chance liegt. Die Erfahrung zeigt: Projektleiter können ihre interkulturelle Kompetenz – manchmal mit Mühen - trainieren und schulen. Hier weisen Erfahrungsberichte gute Erfolge nach.
Derzeit arbeiten Fachleute daran, interkulturelles Management für die tägliche Praxis zu vertiefen. Fragen nach der Zusammenarbeit in virtuellen Teams mit internationaler Besetzung finden heute erste Antworten. Der Blick richtet sich beispielsweise auf Risikomanagement in anderen Kulturen und die generelle Übertragbarkeit von Projektmanagement-Methodik auf andere Kulturen.
Doch kommen zunehmend kritische Fragen ins Gespräch. Solcherlei Einwürfe waren auch auf dem Kongress zu hören – selten bei den Vorträgen, häufiger in den sich anschließenden Kaffeepausen. Die Kluft zwischen Theorie und Praxis bewegte die Teilnehmer. Der Alltag zeige, dass sich die kulturellen Differenzen in Teams und in der Projektumgebung nicht immer in Harmonie lösen lassen. Selbst dann nicht, wenn der Projektleiter guten Willens ist und das nötige Fingerspitzengefühl mitbringt. Ein Teilnehmer machte deutlich seinen Zweifeln Luft: „Ich bin gezwungen, in drei Monaten den ersten Meilenstein zu erreichen. Wo soll ich die Zeit dafür hernehmen, interkulturelle Fragen zu klären?“
Nach der jüngsten Erweiterung der Europäischen Union wunderte es nicht, dass das Projektmanagement in und mit der EU auf dem Kongressprogramm stand. Derweil in dem neuen EU-Land Ungarn noch das blau-gelbe Sternnenbanner von den Beitrittsfeiern wehten, diskutierten die Fachleute die Herausforderungen für das Projektmanagement. So gilt die EU als eine der größte Investorin beispielsweise in Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Sie wird gerade – auch daran kein Zweifel - bei Ländern im Osten Europas als bedeutsame Projektgeberin auftreten. Fachleute erläuterten mit Praxisbeispielen und Analysen, wie die Partnerschaft zwischen der EU und Projektmanagern gelingen kann. Sie hoben beispielsweise hervor, dass die Vorgehensweise und Prozesse bei EU-Programmen dem bekannten Programm-Management ähneln. Indes habe in Brüssel der notwendige Wandel von einer hierarchischen zu einer programmorientierten Organisationsform noch nicht stattgefunden.
In einer Podiumsdiskussion unter Leitung von GPM-Vorsitzenden Roland Ottmann und Dr. Hans Stromeyer trafen sich die sieben Keynote-Speaker zum Diskurs. Professor Ervin László, 2004 für den Friedensnobelpreis nominiert, erinnerte die Projektmanager an den nötigen „Blick über ihren Tellerrand“. Er mahnte, auch jenseits der Grenzen ihrer Projekte und Unternehmen Verantwortung zu tragen. „Projektmanager wollen dazu beitragen, dass Visionen umgesetzt werden und die Welt sich verändert“, erklärte der führende Vertreter der Systemtheorie und Begründer des prominenten „Club of Budapest“. Daher komme dem ethischen Handeln im Projektmanagement eine besondere Bedeutung zu. Er forderte Projektmanager auf, nicht nur die Innenperspektive ihres Projekts wahrzunehmen, sondern sich auch von außen – als verantwortlicher Bürger - kritisch mit der eigenen Arbeit auseinanderzusetzen.
Als Höhepunkt des Kongresses galt die Verleihung des „International Project Management Award“. Statt in die Kongresshalle baten die Gastgeber auf das eigens gecharterte Donauschiff „Europa“. Otto Zieglmeier, IPMA-Vizepräseident und Award Director, leitete in die Awardzeremonie ein. „Mit unserem Wettbewerb spüren wir weltweit die besten Projektteams auf“, erklärte er. Auch verwies er darauf, dass man für den Wettbewerb um Spitzen-Projektmanagement bislang über 200 Assessoren ausgebildet habe. Diese Spezialisten seien befähigt, Projekte nach dem Modell „Project Excellence“ bewerten zu können.
Jury-Vorsitzender Gilles Caupin überreichte dem Awardgewinner T-Systems Spain die Trophäe. Das spanische Team um Projektleiter Joan Monrabà Vilarrubias hatte den Wettbewerb mit einem Softwareprojekt für sich entschieden. Die Leistung: Das Team entwickelte eine e-Government-Lösung für die spanische Region Katalonien. Die neue Internetplattform erleichtert rund sechs Millionen Bürgern unter anderem die Behördengänge. Zugleich hat die spanische Telekom-Tochter mit dieser Lösung die gesamte Datenverarbeitung der öffentlichen Verwaltung modernisiert. Beim Projektmanagement stachen die Zielorientierung, die Kundenzufriedenheit und die Förderung der Mitarbeiter hervor. Heute gilt das Projekt unter Experten als Referenzmodell für „e-Government“ und Change Management im öffentlichen Bereich.
Die international tätige Telekom-Tochter T-Systems schnitt gleich zwei Mal erfolgreich bei dem diesjährigen Wettbewerb. Neben dem spanischen Gewinnerteam errang ein T-Systems-Team aus Deutschland zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit einen Preis. Als weitere Preisträger platzierten sich zwei Teams aus Polen, eines der polnische Regierungsverwaltung sowie eines von Goodyear Debica gemeinsam mit dem Automotive-Spezialist Transsystem. Die Schweizer Bank UBS errang mit ihrem Projekt Finalisten-Status.
Die Preisträger im Einzelnen:
Die polnische Regierungsverwaltung bewarb sich mit einem Restrukturierungsprojekt für die Kohleindustrie. Zwischen 1998 und 2002 wurde die Kohleindustrie reformiert, der Bergbau ohne Subventionierung technisch verbessert und dabei der soziale Friede in der Bergbauregion erhalten. Das Vorhaben fand breites Echo. Heute zählt der polnische Premierminister dieses Projekt zu den fünf herausragenden Leistungen seiner Regierung.
Die T-Systems International hat mit einem fünfzigköpfigen Team für die Bundesagentur für Arbeit (beide Deutschland) ein Kommunikationsnetz aufgebaut, das zehn Landesarbeitsämter und rund 180 Filialen der Bundesagentur abdeckt und als eines der großflächigstes Datennetz Europas gilt. Hier hob die Jury unter anderem die Zufriedenheit des Auftraggebers mit der Projektleistung hervor.
Goodyear Debica und der polnische Automotive-Spezialist Transsystem entwickelten in einem gemeinsamen Projekt ein Logistik-System, das die rund 45.000 täglich produzierte Reifen beispielsweise bei Logistik, Endkontrolle und Lagerung steuert. Die Jury lobte die Art und Weise, wie Transsystem die Projektziele definierte und dabei die Interessen unterschiedlicher Kundengruppen zusammenfasste. Sie hob zudem die Mitarbeiterorientierung des Projekts hervor sowie den Erfolg, dass das Projekt pünktlich und im Rahmen des Budgets abschloss. Der Finanzdienstleister UBS (Schweiz) entwickelte eine vielschichtige IT-Lösung für das Vermögensmanagement. Das System unterstützt Kundenberater und sichert Wettbewerbsvorteile im Direktmarketing.
06.07.2004 "Budapester Brückenschlag" für Projektmanager aus aller Welt
IPMA-Weltkongreß mit über 600 Teilnehmern / Artikel von Oliver Steeger
„Budapester Brückenschlag“ für Projektmanager aus aller Welt
Mit einem Mammutprogramm von rund 180 Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden startete am 19. Juni der „18. IPMA World Congress on Project Management“ ins Kongresswochenende. Knapp 600 Teilnehmer aus 40 Nationen waren nach Budapest gereist, um Erfahrungsberichte, neue Modelle, Trends und Nachrichten aus dem Projektmanagement zu studieren. Der Höhepunkt: Auf einer Gala verliehen IPMA und GPM den diesjährigen International Project Management Award an ein Team von „T-Systems Spain“ – begleitet von einem Feuerwerk vor der Uferpromenade der Donaustadt. „Cross Cultural Networking“ hatten die ungarischen Gastgeber ihre Veranstaltung überschrieben. Das Motto war nicht nur roter Faden für das Informationsangebot, sondern auch ein treffendes Wort für die Budapester Kongressatmosphäre.
Über Jahrhunderte trennte die Donau Budapest in die Stadtteile Buda auf der Ostufer und ins westliche Pest. Erst der schottische Ingenieur und „Projektleiter“ Adam Clark baute den Ungarn 1849 eine feste Donaubrücke aus Stahl. Die Stadt schmolz zusammen. In der ungarischen Hauptstadt schlug jetzt der IPMA-Weltkongreß eine ähnliche „Brücke“ zwischen Ost und West. Westliche Projektmanager ließen sich von der Euphorie und Aufbruchsstimmung ihrer Kollegen beispielsweise aus der Slowakei, aus Polen, aus Slowenien, Litauen und Ungarn anstecken. Diese präsentierten nicht ohne Stolz ihre ersten Erfahrungen, etwa die mit der PM-Zertifizierung in Lettland, mit der PM-Qualifikation in Slowenien oder mit einem Projekt der Bank of Albania. „In diesen Ländern herrscht eine Aufbruchsstimmung, die ich mir für den Westen manchmal wünsche“, bemerkte ein Kongressteilnehmer. Die Projektmanager aus dem Osten wiederum machten sich mit den Erfahrungen aus dem Westen bekannt, studierten vorgestellte Spitzenprojekte, neue Tools und aktuelle Trends. Ein Geben und Nehmen, ganz im Sinne des Kongress-Mottos „Cross Cultural Networking“.
In diesem Networking der Nationen zeigte die GPM deutlich Flagge. Vier der derzeit sieben GPM-Vorstände sowie zwei Kuratoriumsmitglieder waren nach Budapest gereist und standen dem Publikum am GPM-Stand Rede und Antwort. Immerhin: Mit rund 180 Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden bot das achtzehnte IPMA-Welttreffen ein gewaltiges Programm – gegliedert in die Streams „PM in multikultureller Umgebung“, „Herausforderungen im Projektmanagement“, „PM in der der Europäischen Union“, „Innovationen in Projekten, Programmen und Portfolios“ sowie „Best practices“. Unter dem Strich aber zog sich das interkulturelle Projektmanagement wie ein roter Faden durch das gesamte Informationsangebot; es schien Referenten wie Teilnehmer am meisten zu bewegen. „Ich bin überzeugt, dass beim Projektmanagement die Integration der Kultur vor Ort in die Geschäftsstrategie heute von enormer Bedeutung ist“, gab IPMA-Präsident Miles Shepherd seinen Kollegen mit auf den Weg.
Vor wenigen Jahren noch haben sich nur kleine Arbeitsgruppen mit dem Thema „interkulturelles Projektmanagement“ beschäftigt. Heute scheint es in aller Munde. Das Projektgeschäft ist international. Projektleiter sind gefragt, Mitarbeiter und Spezialisten verschiedener Kulturen und Arbeitsmentalitäten unter einen Hut zu bringen – und nebenbei noch der Eigenheiten des Gastlands, ihrer Kunden und Stakeholder Rechnung zu tragen. Heute sind sich die meisten Fachleute einig, dass darin nicht ein „Hindernis“, sondern eine Chance liegt. Die Erfahrung zeigt: Projektleiter können ihre interkulturelle Kompetenz – manchmal mit Mühen - trainieren und schulen. Hier weisen Erfahrungsberichte gute Erfolge nach.
Derzeit arbeiten Fachleute daran, interkulturelles Management für die tägliche Praxis zu vertiefen. Fragen nach der Zusammenarbeit in virtuellen Teams mit internationaler Besetzung finden heute erste Antworten. Der Blick richtet sich beispielsweise auf Risikomanagement in anderen Kulturen und die generelle Übertragbarkeit von Projektmanagement-Methodik auf andere Kulturen.
Doch kommen zunehmend kritische Fragen ins Gespräch. Solcherlei Einwürfe waren auch auf dem Kongress zu hören – selten bei den Vorträgen, häufiger in den sich anschließenden Kaffeepausen. Die Kluft zwischen Theorie und Praxis bewegte die Teilnehmer. Der Alltag zeige, dass sich die kulturellen Differenzen in Teams und in der Projektumgebung nicht immer in Harmonie lösen lassen. Selbst dann nicht, wenn der Projektleiter guten Willens ist und das nötige Fingerspitzengefühl mitbringt. Ein Teilnehmer machte deutlich seinen Zweifeln Luft: „Ich bin gezwungen, in drei Monaten den ersten Meilenstein zu erreichen. Wo soll ich die Zeit dafür hernehmen, interkulturelle Fragen zu klären?“
Nach der jüngsten Erweiterung der Europäischen Union wunderte es nicht, dass das Projektmanagement in und mit der EU auf dem Kongressprogramm stand. Derweil in dem neuen EU-Land Ungarn noch das blau-gelbe Sternnenbanner von den Beitrittsfeiern wehten, diskutierten die Fachleute die Herausforderungen für das Projektmanagement. So gilt die EU als eine der größte Investorin beispielsweise in Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Sie wird gerade – auch daran kein Zweifel - bei Ländern im Osten Europas als bedeutsame Projektgeberin auftreten. Fachleute erläuterten mit Praxisbeispielen und Analysen, wie die Partnerschaft zwischen der EU und Projektmanagern gelingen kann. Sie hoben beispielsweise hervor, dass die Vorgehensweise und Prozesse bei EU-Programmen dem bekannten Programm-Management ähneln. Indes habe in Brüssel der notwendige Wandel von einer hierarchischen zu einer programmorientierten Organisationsform noch nicht stattgefunden.
In einer Podiumsdiskussion unter Leitung von GPM-Vorsitzenden Roland Ottmann und Dr. Hans Stromeyer trafen sich die sieben Keynote-Speaker zum Diskurs. Professor Ervin László, 2004 für den Friedensnobelpreis nominiert, erinnerte die Projektmanager an den nötigen „Blick über ihren Tellerrand“. Er mahnte, auch jenseits der Grenzen ihrer Projekte und Unternehmen Verantwortung zu tragen. „Projektmanager wollen dazu beitragen, dass Visionen umgesetzt werden und die Welt sich verändert“, erklärte der führende Vertreter der Systemtheorie und Begründer des prominenten „Club of Budapest“. Daher komme dem ethischen Handeln im Projektmanagement eine besondere Bedeutung zu. Er forderte Projektmanager auf, nicht nur die Innenperspektive ihres Projekts wahrzunehmen, sondern sich auch von außen – als verantwortlicher Bürger - kritisch mit der eigenen Arbeit auseinanderzusetzen.
Als Höhepunkt des Kongresses galt die Verleihung des „International Project Management Award“. Statt in die Kongresshalle baten die Gastgeber auf das eigens gecharterte Donauschiff „Europa“. Otto Zieglmeier, IPMA-Vizepräseident und Award Director, leitete in die Awardzeremonie ein. „Mit unserem Wettbewerb spüren wir weltweit die besten Projektteams auf“, erklärte er. Auch verwies er darauf, dass man für den Wettbewerb um Spitzen-Projektmanagement bislang über 200 Assessoren ausgebildet habe. Diese Spezialisten seien befähigt, Projekte nach dem Modell „Project Excellence“ bewerten zu können.
Jury-Vorsitzender Gilles Caupin überreichte dem Awardgewinner T-Systems Spain die Trophäe. Das spanische Team um Projektleiter Joan Monrabà Vilarrubias hatte den Wettbewerb mit einem Softwareprojekt für sich entschieden. Die Leistung: Das Team entwickelte eine e-Government-Lösung für die spanische Region Katalonien. Die neue Internetplattform erleichtert rund sechs Millionen Bürgern unter anderem die Behördengänge. Zugleich hat die spanische Telekom-Tochter mit dieser Lösung die gesamte Datenverarbeitung der öffentlichen Verwaltung modernisiert. Beim Projektmanagement stachen die Zielorientierung, die Kundenzufriedenheit und die Förderung der Mitarbeiter hervor. Heute gilt das Projekt unter Experten als Referenzmodell für „e-Government“ und Change Management im öffentlichen Bereich.
Die international tätige Telekom-Tochter T-Systems schnitt gleich zwei Mal erfolgreich bei dem diesjährigen Wettbewerb. Neben dem spanischen Gewinnerteam errang ein T-Systems-Team aus Deutschland zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit einen Preis. Als weitere Preisträger platzierten sich zwei Teams aus Polen, eines der polnische Regierungsverwaltung sowie eines von Goodyear Debica gemeinsam mit dem Automotive-Spezialist Transsystem. Die Schweizer Bank UBS errang mit ihrem Projekt Finalisten-Status.
Die Preisträger im Einzelnen:
Die polnische Regierungsverwaltung bewarb sich mit einem Restrukturierungsprojekt für die Kohleindustrie. Zwischen 1998 und 2002 wurde die Kohleindustrie reformiert, der Bergbau ohne Subventionierung technisch verbessert und dabei der soziale Friede in der Bergbauregion erhalten. Das Vorhaben fand breites Echo. Heute zählt der polnische Premierminister dieses Projekt zu den fünf herausragenden Leistungen seiner Regierung.
Die T-Systems International hat mit einem fünfzigköpfigen Team für die Bundesagentur für Arbeit (beide Deutschland) ein Kommunikationsnetz aufgebaut, das zehn Landesarbeitsämter und rund 180 Filialen der Bundesagentur abdeckt und als eines der großflächigstes Datennetz Europas gilt. Hier hob die Jury unter anderem die Zufriedenheit des Auftraggebers mit der Projektleistung hervor.
Goodyear Debica und der polnische Automotive-Spezialist Transsystem entwickelten in einem gemeinsamen Projekt ein Logistik-System, das die rund 45.000 täglich produzierte Reifen beispielsweise bei Logistik, Endkontrolle und Lagerung steuert. Die Jury lobte die Art und Weise, wie Transsystem die Projektziele definierte und dabei die Interessen unterschiedlicher Kundengruppen zusammenfasste. Sie hob zudem die Mitarbeiterorientierung des Projekts hervor sowie den Erfolg, dass das Projekt pünktlich und im Rahmen des Budgets abschloss. Der Finanzdienstleister UBS (Schweiz) entwickelte eine vielschichtige IT-Lösung für das Vermögensmanagement. Das System unterstützt Kundenberater und sichert Wettbewerbsvorteile im Direktmarketing.