21.10.2021 -
Anlagen werden gebaut, betrieben und nach einigen Jahren verbessert, vergrößert oder umgebaut. Schon entsteht ein neues Projekt auf der Basis eines längst abgeschlossenen Projektes. Wer sich eines solchen Umbauprojektes annehmen will, tut gut daran, sich die alten Pläne anzusehen. Schon dabei stellen sich viele Fragen. Warum wurde diese Lösung gewählt? Ist dieser Plan wirklich der letzte Stand? Fehlen hier nicht diese oder jene Leitungen? In dem Moment kann es Gold wert sein, einen Mitarbeiter zu haben, der schon damals mit dabei war und der sich daran erinnert, warum eine Variante einer anderen vorgezogen wurde.
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21.10.2021 -
Anlagen werden gebaut, betrieben und nach einigen Jahren verbessert, vergrößert oder umgebaut. Schon entsteht ein neues Projekt auf der Basis eines längst abgeschlossenen Projektes. Wer sich eines solchen Umbauprojektes annehmen will, tut gut daran, sich die alten Pläne anzusehen. Schon dabei stellen sich viele Fragen. Warum wurde diese Lösung gewählt? Ist dieser Plan wirklich der letzte Stand? Fehlen hier nicht diese oder jene Leitungen? In dem Moment kann es Gold wert sein, einen Mitarbeiter zu haben, der schon damals mit dabei war und der sich daran erinnert, warum eine Variante einer anderen vorgezogen wurde. Benjamin Berneaud hat sich Gedanken darüber gemacht, wie Firmen und auch einzelne Projekte von pensionierten Mitarbeitern profitieren können.
Von Rentnern und ihrem Wissen profitieren
Hier kommen Senior Citizens, also Rentner ins Spiel. Sicherlich haben Sie schon davon gehört, dass die Zahl der Rentner in Deutschland, die einer Teilzeittätigkeit nachgehen, in den letzten Jahren gestiegen ist. Hinter dieser Statistik verbergen sich leider auch viele Rentner, die arbeiten müssen, weil ihre Rente einfach nicht ausreicht. Es sind aber auch nicht wenige Rentner in Teilzeit berufstätig, weil sie einfach ein wenig Abwechslung haben möchten und sie für die Firmen – gerade in Berufen mit hohem Ausbildungsniveau – auch weiterhin unheimlich nützlich und wichtig sein können. Ein paar Stunden pro Woche im Büro, die alten Kollegen treffen, an einem Projekt mitarbeiten, die Umstellung erleichtern, keine Langeweile haben. Die Vorteile für beide Seiten liegen auf der Hand, denn die Firma kann im Gegenzug von einer Menge Know-how profitieren und es ganz gezielt einsetzen, um auch jüngere Mitarbeiter einfach durch die Zusammenarbeit weiterzubilden und weiterzuentwickeln. Die meisten Rentner, die sich in einer solchen Situation und in einem solchen Teilzeitarbeitsverhältnis befinden, tun dies in den ersten zwei Jahren nach ihrer offiziellen Pensionierung.
Projektarbeit gegen den Pensionsblues
Die Umstellung von einer Vollzeitstelle auf das Rentnerdasein fällt vielen schwer. Dies gilt insbesondere für Menschen, die einer Arbeit nachgegangen sind, welche sie geistig sehr gefordert hat. Bei Medizinern, Ingenieuren, Informatikern und anderen Akademikern ist das Phänomen des „In-ein-Loch-Fallens“ nicht selten ein erhebliches Problem. Einerseits freut man sich auf die Pensionierung, aber andererseits ist der Sprung von 40 bis 60 Stunden in der Woche auf 0 Stunden oft etwas, das in eine Krise führt. Faktoren sind das Soziale, die Kollegen und auch das Wegbrechen einer sinnvollen Aufgabe oder Herausforderung. So einfach erklärt sich der Wunsch vieler Arbeitnehmer nach der Pensionierung noch für ein paar Stunden pro Woche weiter zu arbeiten. Für diese Tätigkeiten bietet der Gesetzgeber auch steuerrechtlich attraktive Lösungen für Firmen wie auch Arbeitnehmer an.
Was hat das Unternehmen davon?
Der wohl größte Vorteil eines solchen Arrangements für ein Unternehmen ist der Zugriff auf mehrere Jahrzehnte an Berufserfahrung und wertvolles Expertenwissen gepaart mit der entsprechenden Projekterfahrung. Zudem ist es oft so, dass die Rentner für ein ganz bestimmtes Projekt über unersetzliche Kenntnisse verfügen, wie es bei einem Projekt wie in der Einleitung beschrieben der Fall wäre, bei dem eine Erweiterung oder Vergrößerung des Bestandes geplant ist. Eine Teilzeittätigkeit nach der Pensionierung erlaubt einen längeren Zeitraum der Projektübergabe an jüngere Mitarbeiter.
Sie kennen sicher das Dilemma, dass eine Übergabe vorgesehen ist und jede Menge wichtige Fragen gestellt und beantwortet werden, dass aber unmittelbar nach der Verabschiedung an allen Ecken und Enden Fragen auftauchen, an die vorher keiner gedacht hat. Eine Teilzeitbeschäftigung eines frisch gebackenen Rentners kann den Prozess der Übergabe erheblich stressfreier gestalten und erleichtern. Auch gegenüber dem Zuziehen von externen Beratern oder Mitarbeitern bieten ehemalige Mitarbeiter den großen Vorteil, dass sie die internen Abläufe bestens kennen und dahingehend nicht eingearbeitet werden müssen. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch reaktivierte ehemalige Mitarbeiter Spitzen im Arbeitsaufwand leichter abgefangen werden können. Jemand, der nur 6 Stunden pro Woche arbeitet, kann in einer sehr belasteten Woche eher einen halben Tag länger in der Firma bleiben, als jemand, der ohnehin schon 50 Stunden arbeitet und am Limit ist. Und vergessen Sie nicht Vitamin B: pensionierte langfristige Mitarbeiter verfügen über wertvolle Netzwerke und Kontakte in verschiedene Bereiche. Es braucht im Grunde nicht erwähnt zu werden, dass ein ehemaliger Mitarbeiter bereits das Vertrauen der Kollegen besitzt und dass er loyal und motiviert ist. Wäre das nicht der Fall, würde sich derjenige sicher nicht darum bemühen, weiter auf dem Projekt zu arbeiten. Im Vergleich zu einer Teilzeitkraft, die zum Beispiel von einer Zeitarbeitsfirma geschickt wird oder zu einem externen Berater bietet dies enorme Vorteile.
Wo ist der Haken?
Selbstverständlich ist nicht alles eitel Sonnenschein. Es gibt auch Herausforderungen dabei, ehemalige Mitarbeiter zu reaktivieren. Zum Beispiel ist es wichtig, die rechtlichen Bedingungen streng einzuhalten. Zudem kann es Probleme dabei geben, Senioren in neue digitale Tools einzuweisen, wo jüngere Mitarbeiter eine größere Leichtigkeit an den Tag legen. Es kann vorkommen, dass Pensionäre in einer Teilzeitfunktion Probleme damit haben, sich von einer Position hoch in der Hierarchie in eine „weniger wichtige“ Funktion zu versetzen. Jemand mit ehemals viel Verantwortung und hoher Position, der zum freien Mitarbeiter „degradiert“ wird, könnte Konflikte hervorrufen. Außerdem sollte darauf geachtet werden, den Pensionierten nicht zu überfordern. Und man sollte sich immer bewusst sein, dass die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls aus gesundheitlichen Gründen bei älteren Mitarbeitern höher ist, als bei jungen Fachkräften.
Eine Chance für beide Seiten
Nutzen Sie die Chance, wenn Sie sie haben. Viele Firmen haben den Schritt bereits gemacht und der Trend ist deutlich auf dem Vormarsch.
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